Theaterstück über Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg: Am Samstag hatte in Magdeburg "Wunde Stadt" Premiere, der Berliner Autor Kevin Rittberger hat es im Auftrag des Theaters geschrieben. Das Stück ist eine Auseinandersetzung mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen und mehr als dreihundert verletzt wurden. Rittberger hat sich im Laufe eines Jahres mit Opfern, Ärzten und Seelsorgern getroffen, aus ihren Erzählungen ist sein Stück entstanden. Es sind die Opfer, die im Mittelpunkt des von Regisseur Sebastian Nübling inszenierten Abends stehen. Im vergangenen Jahr hatte es Proteste gegen den geplanten Theaterabend gegeben, die Premiere aber war umjubelt. Kann ein Theaterabend einer Stadt helfen, ein Trauma aufzuarbeiten? "artour" hat zwei Vorstellungen besucht und mit der Magdeburger Stadtschreiberin Anne Hahn über ihre Eindrücke aus der Stadt gesprochen. Wohin mit Künstler-Nachlässen? Als der gesetzliche Betreuer Thomas Kasper die Wohnung eines Klienten öffnete, um den Bestand zu sichten, bevor die Entrümpelung beginnen sollte, traute er seinen Augen kaum: Die komplette Wohnung inklusive Küche, Flur und Bad war bis zur Decke angefüllt mit Ölgemälden, Zeichnungen, Installationen, etliches davon übereinander und untereinander gestapelt. Künstlernachlässe wie dieser sind ein wachsendes Problem. Die Depots der Museen sind bereits heute überfüllt. Kommunen und Landkreise haben kaum Mittel, sich darum zu kümmern. Und Erben und Hinterbliebene sind oft überfordert. Allein in Sachsen fallen in nächster Zeit über 100 Künstlernachlässe an, mehrere Tausend Objekte, die gesichert, bewertet, archiviert und sachgerecht gelagert werden müssten. In Königshain in der Oberlausitz wollte der Freistaat bereits 2015 ein Zentraldepot errichten, das Projekt blieb in der Planungsphase stecken. Immerhin wurde in Sachsen eine digitale Werkdatenbank aufgebaut, über 30.000 Kunstwerke sind hier bereits registriert, doch die Finanzierung steht unmittelbar vor dem Aus. Die alte Frage, ob etwas Kunst sei oder wegkönne, lautet heute: Ist das Kunst, und muss das trotzdem weg? Headlines, Hypes und Herzschmerz: Dokuserie über die BRAVO: Die Zeitschrift BRAVO prägte über Jahrzehnte die Identität von Millionen von Jugendlichen in Deutschland. Exklusive Geschichten machten Teenie-Idole groß, begleiteten ihre Karrieren und setzen Trends. Dr. Sommer klärte auf, und die Foto-Love-Story sorgte für Orientierung in der Pubertät. Eine dreiteilige Doku-Serie in der ARD Mediathek beleuchtet die Entwicklung des Hefts zwischen 1991 und 2015, von der Hochphase als wöchentliches Massenphänomen mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren bis zum schmerzhaften Bedeutungsverlust durch Internet und Social Media. "Looksmaxxing" - gnadenlose Selbstoptimierung: Looksmaxxer - das sind Influencer, die auf TikTok, Instagram und YouTube ihren männlichen Followern die totale Selbstoptimierung predigen. Die Logik von Looksmaxxing: Schönheit als der einzige Schlüssel zu Macht, Status, Dominanz. Nur wer attraktiv ist, hat Erfolg. Der Rest: "Subs", "Untermenschen". Die Anklänge an rechtsradikale bis rassistische Denkmuster sind nicht zufällig, denn dort ist Looksmaxxing entstanden, in den Echo-Kammern der frauenfeindlichen "Manosphere". Kulturkalender: * "Arbeit und Herkunft"- Nationaltheater Weimar - Premiere am 30. Mai * Produktive Unruhe - Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren- Kunsthaus Dresden bis 26.Juli * Marion Raw - Mexikanische Singer/Songwriterin, u.a. am 3. Juni in Jena und am 4. Juni in Erfurt